Was der BP04 tatsächlich reinigt
Drei Filterstufen mit unterschiedlichen Aufgaben
Der äußere, vollständig versiegelte HEPA-H13-Filter hält Partikel zurück. Dyson gibt 99,95 Prozent bis 0,1 Mikrometer an; wichtiger für die Kaufentscheidung ist, dass RTINGS im standardisierten Partikeltest eine gute Filterleistung und 329 m³/h CADR gemessen hat. Die K-Aktivkohleschicht ist mit Kaliumcarbonat behandelt und zielt auf Gerüche sowie Gase wie NO₂. Ein selektiv-katalytischer Oxidationsfilter zerlegt Formaldehyd kontinuierlich und soll nicht ersetzt werden.
Diese Funktionen sind nicht identisch. HEPA entfernt Pollen, Staub und Aerosole, beseitigt aber keine gasförmigen Stoffe. Aktivkohle bindet Gase nur bis zu ihrer Sättigung. Der Katalysator ist auf Formaldehyd spezialisiert und ersetzt weder HEPA noch Kohle. RTINGS hat NO₂- und Formaldehydabbau in diesem Test nicht unabhängig validiert; wir kennzeichnen diese Leistung deshalb als Herstellerangabe, nicht als Laborbestätigung.
100 m² von Dyson und 28,1 m² von RTINGS widersprechen sich nicht automatisch
Dyson prüft die Erfassung in einem 81-m³-Raum und bewirbt eine gleichmäßige Reinigung bis 100 m². RTINGS rechnet aus dem gemessenen CADR eine deutlich strengere Empfehlung von 302 ft² beziehungsweise 28,1 m² ab, die ungefähr fünf komplette Luftwechsel pro Stunde ansetzt. Beide Zahlen beantworten verschiedene Fragen und dürfen nicht zu einer einzigen Reichweite vermischt werden.
Für Allergie, Rauch oder schnelle Partikelreduktion ist die RTINGS-Größe die belastbarere Planung. Bei moderater Grundreinigung kann der BP04 in einem größeren Raum sinnvoll sein, benötigt dann aber länger und erzielt weniger Luftwechsel. Türen, Deckenhöhe, Möbel und Standort verändern das Ergebnis zusätzlich. Für 100 m² zusammenhängende Fläche wäre ein einzelnes Gerät daher keine konservative Empfehlung.
CO₂ ist ein Lüftungssignal, kein Stoff, den der Filter entfernt
Der BP04 misst PM2,5, PM10, flüchtige organische Verbindungen, NO₂, Formaldehyd und CO₂ sowie Temperatur und Feuchte. Die MyDyson-App zeigt Verläufe und erlaubt Zeitpläne, Automatik und Fernsteuerung. Das deckt ungewöhnlich viele Messgrößen ab und kann helfen, Kochen, Kerzen, Reinigungsmittel oder schlechte Lüftung als Ursache zu erkennen.
Der CO₂-Sensor macht aus dem BP04 jedoch keine Lüftungsanlage. Weder HEPA noch Aktivkohle entfernen die üblichen Mengen ausgeatmeten Kohlendioxids. Steigt der Wert, muss Frischluft zugeführt werden. Auch Temperatur und Feuchte werden nur gemessen; das Gerät heizt, kühlt und befeuchtet nicht.
Filterkosten realistisch einordnen
Dyson listete am 14. Juli 2026 den K-Aktivkohlefilter für rund 100 Euro und den HEPA-H13-Filter für rund 120 Euro. Mit den von Dyson genannten Intervallen von zwei beziehungsweise fünf Jahren ergibt sich rechnerisch ein Durchschnitt von ungefähr 70 Euro pro Jahr. Das ist eine Modellrechnung, kein festes Wartungsabo: hohe Gasbelastung, Rauch, Baustellenstaub oder lange Laufzeiten können einen früheren Tausch nötig machen.
Der Katalysator soll dauerhaft halten. Die Filteranzeige und App erinnern an den Zustand; gewaschen werden HEPA- und Kohlefilter nicht. Käufer sollten Verfügbarkeit und Preis der Originalfilter mitbewerten, denn ein hochpreisiges Gerät ohne passenden Ersatzfilter verliert seinen Kernnutzen.
So entsteht unsere Wertung von 8,1 Punkten
HausgeräteCheck hat den BP04 weder gekauft noch in einem eigenen Labor geprüft. Die Wertung kombiniert die deutsche Produkt- und Ersatzteildokumentation mit dem standardisierten RTINGS-Test. Der CADR und die RTINGS-Geräuschwerte werden als Messwerte behandelt; Gasabbau und 100-m²-Abdeckung bleiben klar als Herstellerangaben markiert.
Die Hersteller-Sterneverteilung und einzelne Besitzerberichte liefern eine getrennte Alltagsebene für Geräusche, Sensoren und Geruch. Sie werden nicht als Ausfallstatistik interpretiert und fließen nicht in die redaktionelle Wertung ein. Stand der Auswertung ist der 14. Juli 2026.