Teppich: hohe Tiefenleistung, aber keine perfekte Einzelbahn
Vacuum Wars arbeitete Sand in mittelflorigen Teppich ein und holte im Max-Modus nach festgelegten Überfahrten 100 Prozent wieder heraus; der damalige Durchschnitt kabelloser Modelle lag bei 93 Prozent. Auch COMPUTER BILD maß 99,00 Prozent Aufnahme auf Teppich. Das belegt: Der V16 kann tief sitzenden Schmutz lösen und transportieren.
RTINGS vergab für Teppichaufnahme dennoch nur 6,5 von 10. In dessen Prüfprotokoll mit nur einer Überfahrt blockierte der Mittelsteg eingebettete Partikel und hinterließ eine dünne ungereinigte Spur. TechRadar und der Guardian sahen ein ähnliches Muster mit Tee, Mehl und Katzenstreu. Der scheinbare Widerspruch hat eine praktische Übersetzung: Wer Bahnen leicht überlappt, bekommt einen sehr sauberen Teppich. Wer von jeder geraden Bahn lückenlose Breite erwartet, wird den Steg bemerken.
Hartboden: stark bei Staub, selektiver bei Körnern und Kanten
Feinstaub und üblicher Alltagsschmutz sind eine Stärke. Das grüne Licht zeigt Partikel, die bei normaler Beleuchtung unsichtbar bleiben, und die weichen Walzenanteile nehmen sie zuverlässig auf. COMPUTER BILD ermittelte 99,11 Prozent Gesamtaufnahme auf Hartboden. RTINGS beschreibt die tägliche Aufnahme ebenfalls als gut, sofern der Schieber an der Düse passend für große Objekte geöffnet wird.
Bei Haferflocken, Katzenstreu oder kleinen Haufen kann die geschlossene, spitze Front Material vor sich herschieben oder beim Anheben verteilen. Gerade Sockelleisten und 90-Grad-Ecken sind konstruktiv ungünstig: Die Spitze erreicht sie frontal nicht vollständig. Von der Seite anfahren oder mit der integrierten Fugendüse nacharbeiten ist keine Katastrophe, aber ein wiederkehrender Zusatzschritt.
Tierhaare: klare Stärke mit einer kleinen Mittellücke
RTINGS bewertete die Tierhaaraufnahme mit 8,8 von 10; die konischen Walzen zogen fast alle Haare aus Teppich und die Haardüse 2.0 arbeitete wirksam auf Polstern. Auch längere Haustier-Praxistests berichten von großen aufgenommenen Haarmengen. Die Walzen verhindern enges Umwickeln besser als eine einfache Bürste.
Vollständig wartungsfrei ist das System nicht. RTINGS fand Haare als lockere Kugel hinter den Walzen, und Vacuum Wars kam im Langhaar-Test auf 7 von 10 – knapp unter dem damaligen Kategoriemittel von 7,4. Zusätzlich bleibt am Mittelsteg gelegentlich eine schmale Haarlinie liegen. Für Hunde- und Katzenhaushalte ist der V16 trotzdem eine starke Option, wenn die Bahnen leicht versetzt überlappt und der Bodenkopf regelmäßig geöffnet werden.
Wischen: brauchbare Fleckenleistung, hohe Nacharbeit
Die Nassleistung fällt je nach Protokoll unterschiedlich aus. Vacuum Wars erzielte im Test mit getrockneten Flecken 131 Punkte; der damalige Durchschnitt dedizierter Hartbodenreiniger lag bei 139. Das ist für einen Zusatzkopf respektabel. RTINGS bewertete Flecken mit 7,0 und Flüssigkeiten mit 6,5: Mehr Druck verbesserte das Ergebnis, erhöhte aber den Kraftaufwand; beim schnellen Drehen oder schrägen Anheben konnte Wasser austreten.
Heise bringt die Kaufgrenze auf den Punkt: Der V16 ist ein Staubsauger mit Wischaufsatz, kein Saugwischer für einen kombinierten Durchgang. Grobe Partikel bleiben ohne vorheriges Saugen liegen, das Wasser wird nicht erhitzt, eine Station für Selbstwäsche oder Trocknung gibt es nicht. Für Fußspuren, leichte Flecken und einen feuchten Abschluss auf versiegeltem Hartboden reicht das System. Für große Küchenflächen, stark haftenden Schmutz oder häufiges Komplettwischen ist ein selbstreinigender Hartbodenreiniger komfortabler.
Nach jeder Nassrunde werden Schmutzwasser entleert, Tank, Kassette und Walze gereinigt und die Walze offen getrocknet. Dyson empfiehlt ihren Austausch ungefähr alle sechs Monate, abhängig von der Nutzung. Dieser Aufwand ist kein Pflegehinweis am Rand, sondern entscheidet, ob der Aufpreis im Alltag genutzt oder der Submarine-Kopf nach wenigen Wochen im Schrank bleibt.
Akku: stark, aber Modus und Reihenfolge zählen
Dyson nennt bis zu 70 Minuten in Eco auf Hartboden. Vacuum Wars maß 70 Minuten auf niedriger Leistung und 15,3 Minuten auf Max. RTINGS kam mit Bodendüse auf ungefähr 17 Minuten in Boost; im schonenderen Aufbau lag die Laufzeit deutlich höher. Diese Werte machen den V16 für eine durchschnittliche Wohnung ausdauernd, nicht aber für 70 Minuten maximale Saugkraft.
Der Akku lässt sich ausklicken und grundsätzlich ersetzen. Die volle Ladung dauert 4,5 Stunden. Wer ein großes Haus erst kräftig saugt und danach mit Submarine wischt, kann den zweiten Arbeitsschritt trotzdem nicht immer mit derselben Ladung beenden – genau das berichten einzelne verifizierte Käufer. Vor dem Kauf sollte deshalb geprüft werden, ob ein Zweitakku für die konkrete deutsche Variante lieferbar ist; „wechselbar“ und „sofort verfügbar“ sind zwei verschiedene Aussagen.
Gewicht und Bedienung: am Boden besser als in der Hand
Die komplette Trockenkonfiguration wiegt je nach Messung 3,4 bis 3,5 Kilogramm. RTINGS ermittelte 1,95 Kilogramm Handlast, Vacuum Wars 2,158 Kilogramm am Griff gegenüber 1,512 Kilogramm im damaligen Klassenmittel. Auf dem Boden tragen die Walzen einen Teil des Gewichts. Beim Sofa, auf Treppen, über Schulterhöhe oder bei längerer Polsterreinigung bleibt die Masse am Handgelenk.
Die Einschalt-Taste ist bei längeren Einsätzen angenehmer als ein dauerhaft gedrückter Abzug. Der rote Mechanismus am Rohr löst den Bodenkopf ohne Bücken, das LCD zeigt Restzeit und Partikel, und die Haardüse ist gut auf Möbel abgestimmt. Negativ sind die schlechte Balance in manchen Arbeitswinkeln, steife Verbindungen und die breite, konvexe Düse an geraden Kanten. Für Menschen mit wenig Handkraft ist ein leichteres Modell trotz geringerer Spitzenleistung oft die bessere Wahl.
Geräusch, Filter und feiner Staub
RTINGS maß rund 69,8 dBA auf Hartboden und 70,5 dBA auf Teppich und ordnete den V16 als vergleichsweise unaufdringlich ein. Das ist ein guter Wert für die Klasse, aber kein flüsterleiser Betrieb; Boost und rotierende Walzen bleiben deutlich hörbar. Einzelne Käufer empfinden ihn leiser als frühere Dyson, andere lauter. Raum, Modus und Untergrund erklären einen Teil dieser Spannweite.
Während des Saugens überzeugt die Filterung. RTINGS ermittelte nur 0,5 µg/m³ PM10 und 0,4 µg/m³ PM2,5 im eigenen Versuchsaufbau; Vacuum Wars sah im Nebeltest keine sichtbaren Leckagen. Der auswaschbare Filter soll laut Anleitung mindestens monatlich gereinigt und mindestens 24 Stunden vollständig getrocknet werden.
Mehrere Besitzerberichte nennen frühe Meldungen „Luftweg blockiert“ („Airway blocked“) bei sehr feinem Staub oder Katzenstreu. Das ist ein ernstzunehmender Prüfpunkt, aber keine bekannte Ausfallquote. In einem ausführlichen Bericht trug ein unvollständig gespülter oder getrockneter Filter selbst zum Problem bei. Die faire Konsequenz lautet deshalb nicht „Konstruktionsfehler bewiesen“, sondern: Bei feinem Mineralstaub Filter und Zyklon häufiger kontrollieren, Waschanleitung exakt einhalten und die Rückgabefrist nicht verstreichen lassen, falls Warnungen wiederkehren.
App und Display: nützlich, aber kein Kaufgrund
Der Bildschirm mit Restlaufzeit, Modus, Warnungen und Partikelanzeige ist sofort hilfreich. Die MyDyson-App liefert Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Gerätestatus, Akkupflege und Firmware-Updates. Frühere Tests fanden zeitweise wenige Funktionen oder instabile Bluetooth-Verbindungen; Heise musste die Kopplung mehrfach erneuern. Da die Kernfunktionen am Gerät verfügbar sind, bleibt der Staubsauger nutzbar. Für ein Flaggschiff sollte die Konnektivität trotzdem zuverlässiger sein – und sie rechtfertigt den Preis nicht allein.